Schreibblockaden – und wie man drüber springt

Es ist ein Wort, dass gerne in den Mund genommen wird. Schreibblockade. Schon mehrfach hat man mich gefragt, wie ich damit umgehe, wenn ich einfach nicht schreiben kann. Ich würde das Thema gerne etwas genauer ansehen – und vielleicht damit ein paar Muster durchbrechen.

Wenn man Schreibblockade sagt, dann gibt es, aus meiner Sicht, zwei verschiedene Symptome die gemeint sein könnten:
Ich kann nicht schreiben, weil
a) ich nicht weiß, was ich schreiben soll
b) ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, obwohl ich weiß, was ich schreiben will

Kümmern wir uns zunächst um das „was“. Das ist ein Punkt, an dem ich persönlich noch nie gewesen bin – ich habe viel mehr Ideen als gut für mich sind und möchte viel mehr Geschichten erzählen, als es meine Zeit zulässt. Selbst als Vollzeitautor hätte ich keine Sorge, dass mir die Ideen ausgehen. Aber diesen Luxus hat natürlich nicht jeder. Was also, wenn kein „was“ da ist?
Es stellt sich zunächst die Frage, warum will ich eigentlich schreiben? Habe ich Langeweile und möchte mich beschäftigen? Dann sollte ich vielleicht eine andere Beschäftigung suchen, bis ich eine Idee für eine Geschichte finde. Oder will ich für einen bestimmten Zweck schreiben? Einen Wettbewerb, einen befreundeten Mitmenschen oder um meine Gefühle auszudrücken? Hier glaube ich, hilft nur das Jonglieren mit (stumpfen) Ideen und das Besinnen auf den Grund meiner Schreiblust. Aus einer Reihe stumpfer, blöder, einfacher Ideen kann eine hervorragende Geschichte entspringen, und wenn ich mir klar mache, was die Basis für meinen Text ist, kann auch das einen Funken hervor bringen.
Falls jemand tatsächlich mehr zum Jonglieren mit Ideen wissen möchte, könnte ich hier auch ins Detail gehen. Ich habe über die Jahre viele Techniken und Hilfsmittel gesammelt, um den kreativen Fluss zu verstärken.

Kommen wir zu b) – Du kannst irgendwie nicht schreiben. Ich habe das Gefühl, für die meisten ist das der häufigere Fall. Nach meiner Erfahrung ist das psychosomatische Selbsttäuschung. Das gibt es einfach nicht.
„Aber Francis“, wird mancher rufen, „Wenn doch die Muse nicht da ist? Was soll ich dann machen?“
Muse, Schmuse, gibt es nicht, ganz einfach! Macher wird es nicht hören wollen, aber wer stunden- oder tagelang auf weiße Bildschirme schaut, wissend was er schreiben möchte, aber unfähig die Tasten zu betätigen, der betrügt sich selbst.
Es ist nicht so, dass bei mir immer sofort jeder Satz von den Fingern in das Manuskript fließt, dass ich nicht auch innehalten und reflektieren muss, und dass es manchmal schwer fällt, das erste Wort zu schreiben. Aber da liegt die Krux. Wenn ich das Ziel habe eine Geschichte oder ein Gedicht zu schreiben, dann brauche ich dafür Wörter. Und die muss ich tippen. Dankenswerterweise kann ich im digitalen Zeitalter meine Wörter und Sätze einfach überschreiben, wenn sie nichts taugen. Aber dafür müssen sie zunächst auf die Seite gebannt werden, sonst nützt das verbannen Nichts.
Vielleicht sind die ersten Wörter doof, vielleicht schreibt man einfach auf, was man über die Geschichte plant – ohne Struktur, lyrischen Wert oder korrekte Grammatik. Es spielt keine Rolle, so lange sich die Seiten zu füllen beginnen. Sätze formen sich schon noch, Wörter rücken an die richtige Stelle, und irgendwann entsteht der Fluss auf den man gewartet hat.

TL;DR
Wenn Du schreiben willst, dann schreibe! Warte nicht darauf, dass eine mystische Muse anklopft oder magisch Deine Finger bewegt. Zu glauben, dass man in den kreativen Fluss kommt, indem man YouTube-Videos schaut oder auf den Pizza-Service wartet ist, als wollte man Mädchen kennen lernen, indem man alleine an der Bushaltestelle steht. Werd aktiv! Dann klappt das.

Schreibt mir in den Kommentaren, was ihr über Schreibblockaden denkt. Teilt ihr meine Meinung oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Möchtet ihr mehr über meinen kreativen Prozess wissen oder habt ihr andere Fragen? Gerne her damit!

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