Fortsetzungsnovelle Stimmen: Monat 10 – Die Stimmen

»Was soll das bedeuten?« Dann sprach Sam leiser und sah sich dabei im Raum um. »Dass er uns belauscht hat?«
Sascha schüttelte den Kopf. »Ich hab hier alles mehr als einmal abgesichert und durchsucht. Ich glaube, der Unterbruch manipuliert dich. Überleg mal: Vielleicht will er, dass du in das Haus C gehst.«
»Du redest ja wirres Zeug«, entgegnete Sam. »Wozu? Das ist doch albern und viel zu kompliziert. Vielleicht hat er einen Spitzel gehabt. Vielleicht kann ich dir auch einfach nicht trauen. Egal, was da vorgeht ist mehr als seltsam und ich werde noch einmal in das Haus gehen, den untersten Keller untersuchen.«
»Aber warum? Wozu all das Risiko? Ich helfe dir jedenfalls nicht wieder.«
»Sascha, glaub mir, wenn du gesehen hättest, was da vor sich geht. Gehirnwäsche, wie im Psychofilm. Ich brauche etwas Handfestes um Unterbruchs Verbrechen nachweisen zu können. Das muss aufhören.«
Sam fiel Saschas entsetzter Gesichtsausdruck auf. Ohne es zu merken, hatte er seine Stimme immer weiter gehoben und dem ITler näher gekommen.
»Entschuldige«, sagte er kleinlaut und zog sich zurück, »das da unten zu sehen hat mich schwer mitgenommen.«
»Ja, … ja, wie auch immer, ich bin raus. Du bist auf dich allein gestellt«, murmelte Sascha und wand sich dabei von Sam ab.
»Ich finde einen anderen Weg. Hauptsache du hältst deine Klappe. Verstanden?«
Sam warf Sascha einen eindringlichen Blick zu, wartete bis er sich endlich zu ihm umsah. Als sich ihre Blicke trafen, zuckte Sascha kurz zusammen und nickte dann vorsichtig.
»Gut«, sagte Sam ernst und verließ den Keller ohne sich noch einmal umzusehen.

Obwohl ihn die Verweigerung weiterer Hilfe nicht überrascht hatte, die kryptischen Worte des Computernerds hatten seltsame Zweifel in Sam gesät. War es möglich, dass ihn der Alte manipuliert hatte? Nein, das ergab keinen Sinn, er war frei in seinen Entscheidungen gewesen. Hätte er nicht den Botschafter kennen gelernt …
Sam zog sich um, es war inzwischen Mittag und er hatte das Bedürfnis zum Essen in neuen Sachen aufzutauchen. Angstschweiß im Stoff war kein guter Begleiter. Weder die Mahlzeit, noch die anstehenden Patienten oder die Gespräche mit Björn hielten neue Überraschungen bereit, alles floss einfach vor sich hin und überließ ihn seinen Gedanken.
Was würde sein nächster Schritt sein? Wenn im Professor tatsächlich ein Verdacht aufgekommen war, sollte Sam dann lieber erst einmal die Füße still halten oder lieber so schnell wie möglich Beweise finden? Sam gefiel nicht, dass sein Gegenspieler – sein Arbeitgeber – hier unbekannte Karten in der Hand hielt. Die falsche Entscheidung konnte ihn den Job kosten. Oder mehr. In Deutschland gab es nichts für ihn außer Schulden und schlechten Erinnerungen, er wollte nicht weg. Er hatte seit einer kleinen Ewigkeit nicht gespielt und fühlte sich frei. Aber der Gedanke an den festgeschnallten Mann in der Gehirnwäschemaschine ließ ihn nicht los. Und Unterbruch hatte dem Botschafter das gleiche angetan. Die Machenschaften des verrückten Professors aufzudecken musste weiterhin sein Ziel sein, wenn sich ihm sonst schon niemand in den Weg stellte.
Und das durfte nicht warten.
Sam entschloss sich noch am selben Abend in das Haus C einzubrechen. Irgendwie. Wenn alle schliefen sollte es möglich sein ungesehen in das Gebäude zu kommen und den Keller zu durchsuchen. Wenn er nichts Besseres fand, könnte er immerhin die mystischen Zeichen aus dem Folterraum holen. Irgendwas mussten die ja wert sein.
Nach Arbeit und Abendessen verbrachte er ein paar Stunden mit den anderen im Gemeinschaftsraum und versuchte dabei kein auffälliges Verhalten an den Tag zu legen. Ihm fiel auf, dass niemand den Feueralarm bemerkt zu haben schien. Also vermied er das Thema und plauderte lieber über Essen und Wetter. Er blieb sitzen bis sich fast alle Kollegen verabschiedet hatten und verließ den Raum erst kurz vor Mitternacht. Um sicher zu gehen, dass alle schliefen, wartete er noch eine weitere Stunde, bevor er sich wieder auf den Weg machte.

Das lauteste Geräusch war der Wind, der in dieser Nacht in starken Böen über die Alpen fegte. Die kalte Luft schnitt Sam empfindlich in das Gesicht, als er sich vorsichtig über das Gelände bewegte. Er wollte kein Licht mitnehmen, wäre ohnehin schwierig geworden ohne Handy und Taschenlampe, und schritt deswegen mehr als langsam die Stufen hinauf und in Richtung des Haus C. Die nächtliche Beleuchtung des Geländes erinnerte ihn an seinen ersten Abend hier. Da war ihm auch mulmig zu Mute gewesen. Kein Vergleich zur heutigen Nacht, aber trotzdem.
Immer wieder sah er sich um, ob ihm auch niemand folgte, ob niemand seinen Spaziergang beobachtete. Nichts raschelte, keine Schatten waren zu sehen, Sam war allein. Allein mit seinem pochenden Herz und dem schneidenden Wind.
Auf der Rückseite des ominösen Gebäudes angelangt, wähnte Sam, dass sein spontaner Plan vielleicht nicht ausgereift war. Was sollte er jetzt machen? Ein Fenster einschlagen? Da war auch eine Notausgangstür, aber die war sicher verschlossen. Eher automatisch als überlegt griff er nach der Klinke und stellte zu seiner Überraschung fest, dass sie nachgab und die Tür aufschwang. Was hatte das zu bedeuten? Saschas Worte hallten durch Sams Gedanken. Erwartete ihn Unterbruch? Unmöglich! Oder nicht? Verunsichert ließ Sam die Türklinke los und blieb vor der offenen Tür stehen. Der Raum dahinter war dunkel, das kleine Notausgangsschild hüllte nur die Pforte in grünes Licht und erreichte den eigentlichen Gang nicht. Sam schüttelte den Kopf. Das gefiel ihm alles nicht. Er seufzte, griff nach der Tür und warf sie ins Schloss. Als er sich umwand und gehen wollte, stand eine große Gestalt vor ihm, presste einen säuerlich riechenden Lappen vor Sams Gesicht. Das letzte was Sam sah war ein großes grünes Grinsen.

Als Sam wieder zu sich kam, überraschte ihn weder in wessen Gesicht er blickte, noch, dass er fixiert worden war. Er lag festgeschnallt auf einem Tisch in einem bläulich beleuchteten Raum, auf ihn hinab sah Professor Unterbruch. Was ihn überraschte, war der Raum selbst. Sein Kopf war nicht fixiert, also sah er sich hektisch um. Die Decke des Raumes war mindestens dreieinhalb oder vier Meter hoch, erinnerte genau wie die Wände eher an eine gotische Kirche denn an ein Krankenhaus und war mit fremdartigen Fresken geziert. Dicke Säulen, graviert mit den Zeichen die Sam im anderen Raum gesehen hatte, standen an allen Wänden. Hinter ihm, den Kopf konnte er nicht weit genug drehen um einen guten Blick zu erhalten, stand etwas, ein Gebilde, groß und dunkel.
Nach dem ersten kurzen panischen umsehen, blickte Sam nun den Professor an.
»Was hat das zu bedeuten? Was haben Sie vor?«, wollte er sagen. Heraus kam eher ›Ssh dszu eeun? Sshn Soom?‹ Sein Kopf fühlte sich klar an, aber seine Zunge gehorchte nicht.
»Geben Sie Sich keine Mühe, Herr Neuhaus. Während Ihrer Abwesenheit haben wir Ihrem Körper noch zwei, drei Mittel spritzen müssen, in Vorbereitung auf die Prozedur. Eine der Nebenwirkungen ist das zeitweise Aussetzen des Sprachzentrums. Keine Sorge, in zwei bis drei Stunden kehrt alles wieder zurück. Das ist wichtig, wissen Sie, Herr Neuhaus? Sie müssen mir ja alles erzählen können.«
Er lächelte auf ihn hinunter und berührte kurz seine Schulter, bevor er sich umdrehte und den Raum verlassen wollte.
»Bleiben Sie hier! Das können Sie nicht machen!«, versuchte Sam ihm hinterher zu rufen, doch nur Kauderwelsch kam aus seinem Mund.
Als Unterbruch hinter sich die Tür geschlossen hatte, sah Sam sich noch einmal etwas ruhiger um. Der Tisch musste ziemlich im Zentrum des Raums stehen. Zu seiner Linken war eine Art steinerner Tisch an der Wand zu sehen, darauf lagen Dinge, die Sam von seiner Position aus nicht genau erkannte. Auf der rechten Seite war ein kleines Fenster in der Wand, in dem Raum dahinter wurde jetzt ebenfalls eine blaue Lampe entzündet, die das kleine Zimmer ausleuchtete. Unterbruch nahm auf einem Stuhl Platz und ordnete offenbar Papiere. Sam sah wie sich sein Mund bewegte, konnte aber nichts hören.
Hinter sich konnte er nicht ohne weiteres sehen, also bäumte sich Sam gegen die Fesseln und überstreckte seinen Rücken um irgendwie einen Blick auf das zu werfen, was dort stand. Seine Augen erfassten eine große Statue aus dunklem Stein, ein absurdes Geschöpf, gekleidet in eine steinerne Robe die tief in das Gesicht gezogen war und nur die Mundpartie offenbarte. Anstelle eines Mundes waren dort Tentakel wie von einem Oktopus, die wirr herunter hingen. Die erhobenen Arme der Statue endeten in langen klauenbewehrten Fingern die seltsame Zeichen zu machen schienen. In der Mitte, auf Bauchhöhe der Statue, war ein flacher Bereich zu sehen, Befestigungen für Fesseln an verschiedenen Positionen.
Die Haltung wurde zu unangenehm, Sam ließ sich wieder zurücksinken und drehte den Kopf nach rechts. Der Professor saß noch dort, schrieb mit einem Stift und schien ihn nicht zu beachten. Wie war Sam nur so tief in … in was eigentlich geraten? Ein gehirnwaschender Kult von Tentakelmundgläubigern? Sam musste schmunzeln, die ganze Situation war einfach zu merkwürdig. Vielleicht war doch alles nur ein Traum, kaum unwahrscheinlicher, als das war ihm gerade wiederfuhr.
Plötzlich wurde die Tür wieder geöffnet. Sam hob den Kopf und sah wie die beiden Therapeuten, Lars und Burk, den Raum betraten. Er wollte ihnen ›Lasst mich raus!‹ entgegenbrüllen, aber er sabberte mehr als er sprach. Sie lösten die Fixierung. Diese Idioten. In dem Augenblick als seine rechte Hand frei wurde, holte er aus und schlug mit aller Kraft in Richtung von Burks Kopf.
Zu Sams Überraschung, wich der allerdings ohne Probleme aus und der Schwung beförderte Sam vom Tisch. Seine linke Hand war noch fixiert, so dass er plump auf dem Boden landete und sein Handgelenk schmerzhaft verdrehte. Er hörte wie die beiden Handlanger lachten, als er versuchte sich aufzurichten. Jegliche Kraft war aus den Beinen gewichen, seine Muskeln versagten ihm den Dienst wie schon seine Zunge zuvor. Dann hörte er die knisternde Stimme des Professors.
»Machen Sie ihn schon fertig, Sie sollen ihm nicht beim Kriechen zuschauen.«
Sams Blick fiel auf die Statue. Sie nicht mehr kopfüber zu sehen half nur bedingt. Das Monster hatte auch keine Füße, stattdessen quollen dicke Tentakel unter der Robe hervor. Der Bereich in der Mitte war eindeutig dafür gemacht, jemanden an die Statue zu binden.
Jemand löste die linke Hand, dann griffen kräftige Arme unter seinen Schultern her und richteten ihn auf.
»Brauchst dich nicht wehren, hilft nix.«, sagte Lars direkt neben seinem Ohr. Sam ignorierte den Hinweis und zappelte, versuchte nach den beiden zu treten. Ohne Erfolg. Wie eine Puppe schleiften sie ihn zu der Statue, stemmten ihn gegen den Stein und schlossen die Fesseln um Arme, Hüfte und Beine. Zuletzt schlossen sie einen Riegel um seinen Hals, so dass Sam sich neuerlich fixiert fand. Während der Prozedur beobachtete Sam die beiden Therapeuten. Burk schien zu genießen was er tat, während Lars eher einen abwesenden Eindruck machte.
»Burk, bitte kontrollieren Sie noch einmal jede Halterung«, erklang erneut die Stimme des Professors Der Lautsprecher musste irgendwo in einer Ecke angebracht sein, Sam hatte ihn nicht gesehen.
Die beiden Männer ließen schließlich von ihm ab. Von seiner kruden Position aus konnte Sam noch immer das Fenster sehen und den Professor, der ihn nun ebenfalls ansah. Auf der anderen Seite war der Tisch, zu dem Burk nun ging. Er hob einen Gegenstand auf und kam damit zurück zu Sam. Das Ding war aus Metall, eine Art übergroße Stimmgabel mit verschiedenen Ausbuchtungen. Burk kam ganz nah heran und sah Sam in die Augen.
»Tut gar nicht weh«, flüsterte er.
Dann harkte er das Gerät in den Halsring ein. Die Zinken griffen links und rechts um seinen Kopf herum und endeten direkt über seinen Ohren. Der lange Griff ruhte auf Sams Bauch, das Metall war selbst durch seine Kleidung kalt. Der Druck auf seinen Ohren verhinderte eine Drehung des Kopfes. Er war vollständig fixiert.
Burk nickte in Richtung des Professors, dann ging er hinter Lars zur Tür und ließ Sam allein zurück. Wenige Momente später sah Sam wie die beiden zum Professor traten. Sam sah wie dieser auf einen Knopf drückte. Knackend ertönte Unterbruchs Stimme:
»Noch ein Hinweis, Herr Neuhaus: Es hat sich als erheblich weniger schmerzhaft herausgestellt, wenn Sie nicht versuchen, Sich gegen den Infusor zu wehren. Lassen Sie es einfach fließen. Und hören Sie genau zu, bitte, ja? Danke.«
Dann war da Stille. Sam hing eingeklemmt in die Stimmgabel, gefesselt an die Krakenstatue, allein im Raum und hörte sein Blut in den Ohren rauschen. Abgesehen von der unangenehmen Haltung und dem kalten Metall an seinem Hals, fühlte sich Sam gut. Was würde passieren? Es war niemand im Raum, keine Maschine lief. Nur Stille.
Dann hörte er etwas. Eine Stimme, entfernt, leise, tief. Sie war vom Rauschen in den Ohren kaum zu unterscheiden und die Worte die er zu hören meinte, gaben keinen Sinn. Eine zweite Stimme, noch etwas tiefer kam dazu, dann eine dritte. Sie war höher und alle drei sagten unterschiedliche Worte.
»Hallo?«, wollte Sam fragen, heraus kam nur ›Ao?‹
Die Stimmen kamen langsam näher, fast als würden sie auf ihn reagieren. Sam versuchte zu verorten wo die Stimmen ihren Ursprung hatten. Sie schienen einfach aus dem Nichts zu kommen. Und ihr Gemurmel wurde lauter, deutlicher, aber Worte waren nicht zu erkennen. Die Stimmen sprachen durcheinander, die Laute, die Silben erinnerten an das Gebrabbel des alten Mannes von heute Morgen.
Der Raum war weiterhin leer, dafür beobachtete der Professor Sam aufmerksam. Die Stimmen waren jetzt ganz nah, als stünden sie neben ihm. Sam war sich sicher, dass es drei waren, aber ihr Rumoren bildete noch immer keine klaren Worte. Trotzdem schien es eine Wirkung auf Sam zu haben. Er fühlte seinen Magen sinken, ein Gefühl wie beim Umkippen. Etwas zog an ihm.
»Jetzt«, hörte er plötzlich, klar und deutlich.
Und er fiel.

Alles war verschwommen, alles unklar und verwirrend. Farben, Geräusche, heiß und kalt, es roch nach Zimt und obergärigen Bier. Alles gleichzeitig, oben und unten ergab keinen Sinn mehr. Sein Magen drehte sich und Sam musste sich übergeben. Es ging zu schnell um einen klaren Gedanken zu fassen – dann war es vorbei.
Sam war nicht mehr in dem gruseligen Keller. Vor ihm schlang sich eine Straße zwischen gelb getünchten Gebäuden hindurch. Alles war hell, aber Sam konnte keine Lichtquellen sehen. Der Himmel war schwarz und voller Sterne und hob streng sich gegen das ewige Gelb der Häuser ab. Was zum Henker war mit ihm passiert? Seine Position hatte sich nicht verändert, er war gefesselt und eingeklemmt, unbeweglich befestigt an der gleichen Statue wie zuvor. Durch die Stimmgabel konnte er zwar seinen Kopf nicht drehen und nichts von dem Krakenkerl sehen, aber es fühlte sich noch an wie zuvor. Wohlwollend nahm Sam zur Kenntnis, dass er sich doch nicht übergeben hatte und es völlig ruhig zu sein schien.
Dann näherten sich die Stimmen erneut. Erst eine, dann eine Zweite und schließlich die Dritte. Sie klangen wie zuvor, nur diesmal gehörten sie jemandem. Drei Geschöpfe kamen die Straße herunter. Seltsame Kreaturen, auf zwei Beinen laufend, aber größer als ein Mensch und mit violetter Haut, langen Armen und fledermausähnlichen Flügeln. Ihre Schädel wirkten wie eine Mischung aus Geiern und Ameisen. Sie hievten sich ungelenk vorwärts in seine Richtung, benutzen ihre Flügel um sich abzustützen oder hielten sich mit den langen Armen an den Häusern fest. Ihr Gemurmel wurde lauter, aber war weiterhin unverständlich. Silben, Laute, war es doch nur tierisches Geschrei? Mit jedem torkelnden Schritt den sie näher kamen, wuchs in Sam die Angst. Was hatten die Dinger mit ihm vor? Erst als sie fast bei ihm waren, erkannte Sam wie groß sie wirklich waren – riesig, größer als Pferde, mit langen Krallen an Händen und Füßen.
»Sie haben dich mir gebracht«, erklang eine tiefe Stimme hinter ihm. »Endlich.«
»Wer … wer ist da?«, antwortete Sam zittrig.
»Es gibt keinen Namen, mit dem du mich ungestraft benennen dürftest, Sterblicher«, gab die ominöse Stimme von sich. Jetzt spürte Sam wie sich etwas um seine Beine wickelte. Als nächstes sah er im Augenwinkel ein gelbliches Tentakel, dass sich auf seinen Arm legte.
»Warum bin ich hier? Was willst du?«
»Schweig jetzt, Sterblicher. Ich werde dir jetzt die Botschaft übergeben.«
»Nein! Du hast ›endlich‹ gesagt! Warum willst du mich haben?«, schrie Sam mit aller Kraft. Die Fledermausgeier sprangen aufgeregt umher und kreischten wild durcheinander.
»Mut ist hier nicht angebracht«, war die Antwort. Dann spürte Sam wie sich mehrere Tentakel ruckartig um seinen Kopf schlangen. Es wurde dunkel.

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